Alle Jahre wieder: Es weihnachtet in Lüneburg

Es kam dann ja am Ende alles anders.

Da hatte ich mich so auf mein erstes Weihnachtsfest in Lüneburg gefreut. Und dann haben wir die Feiertage in Israel verbracht. Was auch schön war, aber eben nicht Lüneburg und nicht so festlich. Nachdem die Entscheidung gefallen war, versuchte ich, die Vorweihnachtszeit besonders intensiv zu nutzen: In Lüneburg besuchten wir alle Weihnachtsmärkte und tranken zumindest einen Glühwein (keine Sorge, nicht alle an einem Tag). Darüber hinaus waren wir an einem herrlich verschneiten Sonntag im Dezember in Celle. Und auch ein Besuch im winterlichen Hamburg durfte nicht fehlen.

Einen Weihnachtsbaum gab es trotzdem. Der wurde einfach eine Woche früher aufgestellt, und so hatten wir schon ein bisschen Weihnachtsstimmung am 3. Advent. Und wenigstens die Silvesternacht verbrachten wir in unserem neuen Zuhause.

Dieses Jahr sollte alles anders werden. Das wird es auch. Aber nicht so, wie ich es mir noch vor einem Jahr vorgestellt hatte. Denn nun haben wir unseren kleinen wilden Beaglewelpen namens Piet. Und da müssen wir uns wirklich sehr genau überlegen, ob wir einen Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer stellen. Vielleicht wäre der Balkon in diesem Jahr der bessere Ort – dann entfällt auch die Diskussion über echte oder elektrische Kerzen. Der eine oder andere Weihnachtsmarktbesuch sollte aber drin sein – auch mit Hund, falls ihm der Rummel nicht zu viel wird. Die Musik des Spielmannszuges beim Laternenumzug war jedenfalls nicht so sein Fall, mussten wir feststellen.

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Gedanklich war die Anschaffung eines Hundes vor einem Jahr noch ganz weit weg. Aber irgendwie dann wohl doch schon da.

Nachdem ich bei meiner Freundin Heike in ihrem Reiseblog einen Beitrag über Weihnachtsmärkte in NRW gelesen hatte, dachte ich mir, ich sollte meine Erfahrungen mit den Lüneburger Weihnachtsmärkten aus dem vergangenen Jahr auf jeden Fall ebenfalls mit Euch teilen. Denn schon morgen geht es los.

Saisonbeginn Ende Oktober?

Bereits am 26. Oktober hat in der Schröderstraße (im ehemaligen NEWS-Hinterhof) wieder das Lüneburger Winterdorf eröffnet. Der Kollege Hans-Herbert Jenckel veröffentlichte dazu in seinem Blog ein sehr deutliches und kritisches Statement. Ich bleibe bei meiner Meinung vom Vorjahr: Angebot und Nachfrage regeln den Markt. Wenn es letztes Jahr nicht erfolgreich gewesen wäre, würde es wohl kaum in diesem Jahr eine Neuauflage geben. Tatsächlich aber war ich im vergangenen Jahr nur einmal dort, nämlich vor der Eröffnung der anderen Weihnachtsmärkte und nur, weil es so kalt war. Auf jeden Fall sieht es aber schön aus.

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Der Eingang zum Lüneburger Winterdorf 2018 (Foto: Heidrun Seiffe)

Das Lüneburger Weihnachtsdorf öffnet am 22. November seine Pforten. Auch hier weisen festliche geschmückte Tannenbäume den Weg zum Innenhof des Gasthauses Krone. Hier hat es mir im vergangenen Jahr sehr gut gefallen. Die geschlossene Atmosphäre des Innenhofs hat etwas sehr gemütliches. Der Markt war immer gut besucht und ist abends relativ lange geöffnet. Die dazugehörige Schnuckenalm im geschlossenen Zelt beschert eine Mischung aus Oktoberfest- und Aprés-Ski-Atmosphäre. Ob man das braucht, mag Geschmackssache sein. Auf jeden Fall eignet sich die Location – außerhalb der Partyzeiten – , um eine Mahlzeit sitzend und im Warmen einzunehmen. Die Käsespätzle waren zwar nicht so gut wie im Stubaital, aber ganz ok und mal etwas anderes als Bratwurst und Pilzpfanne.

Offiziell beginnt die Weihnachtsstadt Lüneburg am 28. November. Die offizielle Eröffnung um 18 Uhr durch Bürgermeister Eduard Kolle ist der Startschuss für die Weihnachtsmärkte am Rathaus, am Alten Kran und bei der St. Johanniskirche.

Weihnachtsmärkte: große und kleine, traditionelle und außergewöhnliche

Wie angekündigt, habe ich alle Weihnachtsmärkte im vergangenen Jahr getestet. Erwartungsgemäß war der große Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz im Schatten des Rathauses nicht so mein Ding. Das mag aber einfach daran liegen, dass ich die etwas kleineren Veranstaltungen bevorzuge. Da hat es mir bei der St. Johanniskirche schon besser gefallen. Mein Favorit war aber der Markt am Alten Kran, der ja im vergangenen Jahr Premiere hatte – offenbar mit Erfolg, denn in diesem Jahr geht es in die zweite Runde. Ich muss gestehen, dass ich zwar auf jedem Weihnachtsmarkt mindestens einen Glühwein hatte, mich aber nicht mehr erinnern kann, wo er am besten geschmeckt hat.

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Offensichtlich hat uns der weiße Glühwein am Alten Krank ganz gut geschmeckt!

Nur am ersten Adventswochenende, also am 1. und 2. Dezember, findet der Historische Christmarkt rund um die St. Michaeliskirche statt. Zweimal war ich bereits dort, in diesem Jahr werde ich es mir sparen. Ich möchte die Leistung des ALA, der sich für die Erhaltung der Lüneburger Altstadt einsetzt, keineswegs schmälern. Aber mir ist es einfach zu viel Trubel. Außerdem ist es nicht nur mir so ergangen, dass es am Sonntagnachmittag zur Bratwurst kein Brot mehr gab – ein organisatorisches Problem, das man eigentlich nach 30 Jahren im Griff haben sollte. Wer aber noch nie dort war und Freude an historischen Kostümen und handwerklich gefertigten Produkten hat, sollte einmal vorbeischauen und die ehrenamtlichen Helfer mit einem kleinen Obolus unterstützen. In diesem Jahr soll mit dem Erlös die Restaurierung des Portals der Heiligengeistschule unterstützt werden.

Geheimtipp: Lüneburger Innenhöfe

Die zahlreichen idyllischen Innenhöfe in Lüneburg bieten sich auch im Winter zum gemütlichen Beisammensein an. So sind mittlerweile zahlreiche kleine Weihnachtsmärkte und Glühweinausschankstätten entstanden. In der Schokothek wird an den vier Adventssamstagen fränkischer Winzerglühwein ausgeschenkt. Da Frankenweine aus ihrer Heimat, neben ausgesuchten Schokoladenspezialitäten, zur Kernkompetenz der Inhaberin gehören, kannst Du hier sicher sein, einen guten Tropfen im Becher zu haben. An diesem Samstag gibt es bereits einen Testlauf.

Auch die BarBarossa öffnet in diesem Jahr ihren Innenhof für den Lüneburger Winterzauber, ausgerichtet von der feinschmeckerei. Im Sommer gab es hier eine Beach Bar mit Strandkörben, die mir sehr gefallen hat. Nun bin ich auf die Wintervariante gespannt.

Den sogenannten Mini-Weihnachtsmarkt im Innenhof des Café Central schließlich entdeckte ich auf der Seite der Lüneburg-Tourismus. Leider finde ich dazu weder auf der Homepage noch auf dem Facebook-Auftritt des Cafés einen Hinweis, was ich etwas merkwürdig finde. Ich werde bei Gelegenheit mal vorbeischauen und gerne berichten.

Neu: Biergarten im Winter

Definitiv neu in diesem Jahr ist Schröders Wintergarten. Der beliebte Biergarten an der Ilmenau hat seit diesem Sommer einem neuen Betreiber. Und der hatte offenbar die pfiffige Idee, auch an den vier Adventswochenenden (beginnend Freitags ab 16 Uhr) seine Pforten zu öffnen. Neben Essen und Trinken stehen hier auch Live Musik und Attraktionen für Kinder auf dem Programm. Das werde ich mir auf jeden Fall nicht entgehen lassen!

Und noch ein etwas anderer Weihnachtsmarkt: Beim Gründer-Markt Wintergold der IHK Lüneburg-Wolfsburg präsentieren junge Unternehmer aus der Region frische Ideen, Glühwein und Musik. Dazu öffnet sich am 7. Dezember von 17 bis 21 Uhr das Garagentor der IHK in der Heiligengeiststraße (gegenüber Mälzer).

Festlich erleuchtetes Lüneburg

Aber nicht nur die Weihnachtsmärkte machen Lüneburg zur Weihnachtsstadt: In der Adventszeit erstrahlen das Rathaus, die Innenstadtkirchen und der Wasserturm in einem ganz besonderen Licht. Verteilt auf die ganze Innenstadt ist die Lüneburger Märchenmeile. Zwölf liebevoll gestaltete Hütten erzählen Märchen für Groß und Klein auf Knopfdruck – wahlweise übrigens auch auf Plattdeutsch. Der Wasserturm wird auch in diesem Jahr wieder mit dem Wichernkranz geschmückt sein. Mit einer SMS oder einem Anruf – verbunden mit einer kleinen Spende – kannst Du die Kerzen zum Leuchten bringen. Das Geld fließt in das Projekt Zeit für Kinder der Evangelischen Familienbildungsstätte.

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Der Wichernkranz auf dem Lüneburger Wasserturm. © Lüneburg Marketing GmbH

Wo fange ich also an? Ich stelle fest, die Freude auf die Vorweihnachtszeit stellt sich so langsam wieder ein! Es wird Zeit, dass ich mit der Weihnachtsdekoration anfange – selbstverständlich nur in hundesicherer Höhe. Auch die Temperaturen sind ja gerade rechtzeitig in den Keller gegangen, so dass gegen einen Becher Glühwein hier und da eigentlich nichts spricht. Um ganz ehrlich zu sein: Wir haben am Sonntag bei einem kleinen Ausflug nach Winsen schon einmal getestet. Und auch wenn die Winsener Innenstadt natürlich nicht mit der von Lüneburg zu vergleichen ist: der Wintergarten vor dem Hotel Zum Weißen Roß hat mir gut gefallen. Piet hatte seine Freude an dem mit Holzspänen ausgelegten Boden. Und in den hohen, schlanken Gläsern blieb das Getränk schön heiß.

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Hotel Zum Weissen Roß in Winsen (Luhe)

Selbstverständlich gibt es auch in der näheren Umgebung Lüneburgs schöne Weihnachtsmärkte und interessante Events, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Für die Hamburger Weihnachtsmärkte muss ich sicher keine Werbung machen. Aber auch hier gilt: mir ist der Rummel auf den großen Märkten mittlerweile einfach zu viel.

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Die Ruhe vor dem Sturm: Hamburger Weihnachtsmarkt am Totensonntag 2017. Einen Glühweinausschank fanden wir zum Glück in den Alsterarkaden.

Für die Live-Show des Cartoonisten Ralph Ruthe verschlug es uns im vergangenen Jahr nach Celle. Und pünktlich zum 1. Advent fiel Schnee. Neben dem Besuch des Weihnachtsmarktes mit der 14 Meter hohen Weihnachtspyramide empfehle ich Dir hier unbedingt, das Schloss zu besichtigen.

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Die Weihnachtspyramide in Celle
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Das Celler Schloss

Also dann – lass Dir den ersten Glühwein der Saison schmecken! Und vielleicht sehen wir uns ja? Ich bin die, mit dem kleinen, ungezogenen Beaglewelpen an der Leine 🙂

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Diesen Weihnachtsbaum für Katzenbesitzer entdeckte ich vor zwei Jahren auf dem Barmbeker Weihnachtsmarkt. Vielleicht auch etwas für Junghundbesitzer?

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare zu „Alle Jahre wieder: Es weihnachtet in Lüneburg

  1. Und am Di., 11.12. – nach dem Besuch der Weihnachtsmärkte – von 21:00 bis 23:00 Uhr Radio ZuSa einschalten. Dann gibt’s nämlich die „Relax & Enjoy“-Special Edition SMOOTH JAZZ CHRISTMAS mit jazziger/souliger Weihnachtsmusik – till you drop.

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  2. Vielen Dank für die vielen tollen Tipps, nicht nur zu den Weihnachtsmärkten.
    Wir sind erst im Sommer nach Lüneburg gezogen.
    Deinen Blog habe ich erst vor einigen Tagen entdeckt.
    Ich habe noch nicht alle Beiträge gelesen. Und doch liegt hier schon eine Liste für unsere nächsten Ausflüge in die Stadt und die Umgebung.
    Danke für diese Inspirationen.

    Liebe Grüße aus dem Stadtteil Mittelfeld

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