Lüneburg entdeckt das Salz neu

Wer Lüneburg zum ersten Mal besucht, der kommt am Thema Salz nicht vorbei: In der Touristeninformation und in vielen Geschäften kannst Du es in den unterschiedlichsten Verpackungen kaufen. Es gibt Salzpralinen, die Salztherme und sogar ein Salzmuseum. Du findest Straßennamen wie die Salzstraße, die Sülzwiesen oder Auf der Saline. Auch wenn es den Salzmarkt nur im Rote-Rosen-Studio gibt. Was hat es aber nun mit Lüneburg und dem Salz auf sich? Ich habe das Thema hier eigentlich noch nie umfassend behandelt. Da nehme ich doch die bevorstehenden 1. Lüneburger Salztage zum Anlass.Am kommenden Wochenende, vom 27. bis zum 29. Juli, finden die 1. Lüneburger Salztage statt. Die einen jubilieren: Endlich wieder ein Fest in Lüneburg! Die anderen unken: Das hat uns gerade noch gefehlt! Ob die in letzter Zeit häufig in der Kritik stehende Lüneburg Marketing mit dieser Veranstaltung den ganz großen Wurf gemacht hat, lassen wir mal im Raum stehen. Der Kollege Hans-Herbert Jenckel hat es in seinem Blog kritisch auf den Punkt gebracht. Aber geben wir der Sache doch zunächst einmal eine Chance! Und nutzen wir die Gelegenheit, uns in diesem Rahmen einmal mit dem Thema näher zu befassen.

In Lüneburg war einst die Sau los

Es begann vor mehr als 1000 Jahren mit einer Wildsau, so die Sage. Jäger fanden Salzkörner in den Borsten des erlegten Tieres und folgten seiner Spur. So entdeckten sie die Salzquelle. Salz war zur damaligen Zeit rar und kostbar, denn es wurde verwendet, um Speisen haltbar zu machen. Mit der Salzgewinnung kam Lüneburg zu Reichtum und Wohlstand. Erst 1980 wurde die Salzherstellung hier gestoppt. Soweit die Kurzversion. Alles rund um die Geschichte Lüneburgs und sein „weißes Gold“ erfährst Du im Deutschen Salzmuseum. Natürlich kannst Du das jederzeit besuchen. Aber im Rahmen der 1. Lüneburger Salztage erwarten Dich hier ein paar ganz besondere Aktionen.

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Schau-Salzsieden am Deutschen Salzmuseum © Deutsches Salzmuseum

Wahrscheinlich wird es beim Schau-Salzsieden im Salzmuseum ganz schön warm – was aber bei den momentanen Außentemperaturen auch keinen Unterschied mehr macht. Wer gut aufpasst, kann hinterher ein Salzsiede-Diplom erwerben. Neben dem Schau-Salzsieden gibt es verschiedene Themenführungen im Museum, beispielsweise „Salzkaufmann Johann“ und „Geisterbezwinger und Gottesgabe“. Die genauen Daten findest Du in diesem Flyer auf der Seite der Lüneburg Marketing. Persönlich finde ich den Flyer etwas unübersichtlich. Und auf der Website des Salzmuseums werden die Salztage leider nicht einmal erwähnt.

Salz – kulinarisch und medizinisch

Die angenehmste Art und Weise, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ist sicherlich die Salzverkostung in der Genusswelt. Hier kannst Du Freitag von 14 bis 18 Uhr und Samstag von 13 bis 16 Uhr drei unterschiedliche Salze probieren. Die Teilnahme kostet 2 Euro pro Person und ist zu den angegebenen Zeiten ohne Anmeldung möglich. Und Du tust auch noch etwas für einen guten Zweck! Denn alle Einnahmen aus dieser Aktion werden für die Kindertafel Lüneburg e.V. gespendet.

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Hast Du schon mal Rosensalz probiert? Du wirst überrascht sein, was man mit und aus Salz alles machen kann. © Die Genusswelt Lüneburg

Wenn Du das Thema Salz  mehr von der wissenschaftlichen Seite her erfahren  möchtest, empfehle ich Dir den Vortrag „Gesunde Salze“ im Museum Lüneburg am Freitag um 19 Uhr. Denn auch wenn wir das Salz heute nicht mehr unbedingt zum Konservieren benötigen, so ist es doch ein wichtiger Mineralstoff, der in der Ernährung und Medizin seine Anwendung findet. Es gibt aber auch „ungesunde Salze“, erläutert Dr. Rolf-Dieter Aye in seinem Vortrag.

Mit dem historischen Salz-Ewer auf der Ilmenau schippern

Ein ganz besonderes Highlight ist sicher die sogenannte kleine Ilmenau-Kreuzfahrt. Hierbei kannst Du auf dem historischen Salz-Ewer über die Ilmenau schippern. Das Schiff startet am Sonntag jeweils zur vollen Stunde unterhalb der Reichenbachbrücke hinter dem Behördenzentrum.

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Natürlich werden auch Stadt- und Rathausführungen angeboten. Eine besondere zweistündige Stadtführung unter dem Motto „Salz! Segen und Fluch“ findet Samstag und Sonntag jeweils um 11.30 Uhr und 14.30 Uhr statt. Bei der Rathausführung (Samstag 10, 12 und 15 Uhr, Sonntag 11 und 14 Uhr) kannst Du dann auch die Knochen der legendären Salzsau bewundern. Ob die wirklich echt sind? Das möchte eigentlich keiner so genau wissen.

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Im Rathaus kannst Du die Knochen der legendären Wildsau bestaunen. © Lüneburg Marketing GmbH

Kommen wir zum gemütlichen Teil des Wochenendes: In der Saunawelt der Salztherme Lüneburg (SaLü) kannst Du Salz in Form von Soleaufgüssen quasi hautnah spüren. Und nach dem Saunabesuch findest Du die 34 Grad Außentemperatur wahrscheinlich ganz angenehm.

Am Samstagabend wird es im Deutschen Salzmuseum musikalisch. Die Lüneburger Band magnolia hat auf den ersten Blick zwar wenig mit der Thematik zu tun, klingt aber trotzdem vielversprechend.

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Am Samstagabend spielt die beliebte Lüneburger Band „magnolia“ im Deutschen Salzmuseum.

Laut Presseinformation und Flyer sollen die Gasthäuser Krone und Das Kleine im Rahmen der 1. Lüneburger Salztage spezielle Gerichte anbieten. Leider konnte ich weder auf den Webseiten noch auf den Facebook-Profilen beider Lokale dazu etwas finden. Lass Dich also überraschen! Für mich auf jeden Fall eine gute Erinnerung: Das Kleine habe ich bisher noch nicht besucht, das Angebot liest sich aber vielversprechend.

Wer die salzige Luft lieber draußen abseits des Trubels einatmen möchte, dem sei übrigens ein Besuch am Gradierwerk im Kurpark empfohlen.

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© Norbert Falkenhagen, germanfoto.de

Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Ja, ich mache hier Werbung für ein kommerzielles Unternehmen, Die Genusswelt. Das mache ich, weil ich den kleinen Laden persönlich mag und ihre Inhaberin schätze. Ich erhalte dafür weder Geld noch sonst irgendwelche Vergünstigungen.

Titelfoto: © Die Genusswelt Lüneburg

 

 

 

 

 

 

 

5 Kommentare zu „Lüneburg entdeckt das Salz neu

    1. Vielen Dank! Mir ist auch schon aufgefallen, dass es eine Menge Redewendungen gibt, in denen das Salz vorkommt. Aber das konnte ich nicht auch noch einbauen in meinen Text 😉 Vielleicht nehme ich es mal als „Wort des Tages“ in meinem Rhetorik-Club auf.

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  1. ich fand den Artikel sehr informativ und schade, dass kein Foto von den Eberresten abgebildet ist. Sieht alles sehr schnuggelig aus und macht sicherlich Spaß. Ist die Saline selbst auch zu besichtigen, oder spielt sich das Ganze im Museum ab? Salz wird übrigens inzwischen wieder zu einem kostbaren gut, immer mehr verunreinigtes Salz (in dem sich Schwermetalle befinden) kommt nach Europa durch lose Importbestimmungen. Vor allem Deutschland ist betroffen da die Lebensmittellieferungen aus China zugenommen haben. Lg Julia

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      1. spannend sind immer die unterirdischen Führungen, wäre schade wenn das nicht möglich ist. Nicht dort gewesen! Nachholen:) Aber ich kann es dir nachempfinden, ich habe lange in Hall i. T. gewohnt, sind auch für Salz bekannt so wie Hallstatt in Österreich. Ich bin damals nie auf die Idee gekommen mich da genauer um zusehen, inzwischen bedaure ich das. Lg Julia:)

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