Lüneburg für Genießer (Teil 1)

Hast Du Dir auch für 2018 vorgenommen, abzunehmen? Keine Sorge, ich will Dich jetzt nicht mit Diät- und Sport-Tipps quälen. Die Zeitungen sind ja in diesen Tagen voll davon. Ganz im Gegenteil. Klar, gesunde Ernährung und Bewegung sind wichtig. Aber der Genuss darf dabei nicht auf der Strecke bleiben. Gerade wenn Du in diesen Tagen vielleicht mal wieder die Kalorien zählst, um den (Vor-)Weihnachtsspeck wegzubekommen, ist es wichtig, dass Du Dir ab und zu mal etwas gönnst. Und dafür lieber ein bisschen mehr Sport machst. Sonst kommt nur Frust auf.

Bei meinem Rückblick auf die ersten neun Monate in Lüneburg habe ich festgestellt, dass ich doch schon mehr Restaurants, Kneipen und Cafés kenne, als ich dachte. Also habe ich mal mein persönliches A bis Z der Lüneburger Gastronomie- und Kneipenszene erstellt. Auch wenn es noch nicht komplett ist. Aber man muss ja auch noch Pläne haben für das neue Jahr.

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Anna’s Café steht noch auf meiner Wunschliste für 2018. Am liebsten zum Frühstück. Aber auch der Kuchen soll eine Wucht sein.

B

Heisst es jetzt die oder das BarBarossa? Mir egal. Hauptsache es schmeckt. Und das gilt  für die Speisen genauso wie für die Cocktails. Über das Sushi kann ich nichts sagen, da ich keinen Fisch esse. Aber die Karte bietet für jeden Geschmack etwas. Mit dem Service ist es manchmal etwas Glücksache. Es gibt einen unglaublich freundlichen, sympathischen und dazu auch noch gut aussehenden jungen Kellner, aber auch eine etwas ältere Kollegin, deren norddeutscher Charme sich einem nicht sofort erschließt. Mit einer Änderung der Bestellung („ohne Pilze“ – bei mir der Klassiker!) hat es beim ersten Mal nicht geklappt, beim nächsten Mal dann aber doch. Ich kann nicht anders, irgendwie habe ich eine positive Grundeinstellung zu diesem gemütlichen Laden in der Unteren Schrangenstraße mit seinen Backsteinwänden und Kronleuchtern. Und empfehle ihn daher gerne weiter.

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Die BarBarossa hat wirklich ein ganz besonderes Ambiente – und gute Cocktails!

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Auch das Café Zeitgeist steht noch auf meiner Wunschliste für 2018. Hier soll es besonders guten Kaffee geben.

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Wir entdeckten das Ristorante Da Salvo eher zufällig, weil es eben nicht in der Innenstadt liegt und daher vom Hanseviertel aus fußläufig etwas näher. Das war in der Zeit, als mein Mann wegen seines Knöchelbruchs noch nicht so gut zu Fuß war. Spontan bekamen wir noch einen Tisch und wurden nicht enttäuscht. Die Speisekarte bietet alles, was ich von einem guten klassischen Italiener erwarte: Pizza- und Pasta-Klassiker, aber auch ausgefallenere Kreationen, sowie ausgewählte Fleisch- und Fischgerichte. Darüber hinaus gibt es eine monatlich wechselnde Saisonkarte. Der Service war sehr freundlich, allein die Weinempfehlung war uns, die wir gerne kräftigen Rotwein mögen, etwas zu farblos.

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Die eNTe am Stintmarkt ist Kult und ich finde, wenn man sich Lüneburger schimpft, sollte man zumindest einmal dort gewesen sein. Ob Du ein zweites Mal hingehen magst, bleibt Dir selbst überlassen. Das NT in eNTe steht für „Nachrichtentreff“. Wirt Heinzi scharrt seine Stammgäste um sich, schmückt seinen Tresen mit unzähligen Rote-Rosen-Autogrammkarten und veranstaltet auch gerne mal Live-Musik-Events. So geschehen zur legendären Schlager-Party. Hier musste ich mich nun endlich einmal sehen lassen, um meine Bekanntschaft mit dem Schlagersänger Tommy Lint aufzufrischen, den ich bei der Vorentscheidung zur Lünepost-Karaoke kennengelernt hatte. Wer in Hamburg regelmäßig zum Schlager Move geht, hält auch das aus. Nach einem gelungenen Abendessen im Schneider’s am Wasserturm (die Bewertung folgt im zweiten Teil) war das ein großer Spaß, aber auch ein echtes Kontrastprogramm. Der Havana-Cola hatte jedenfalls ein gutes Mischung- sowie Preis-Leistungsverhältnis. Mach Dir am besten selbst ein Bild: die nächste Schlagerparty mit Tommy Lint findet am 3. Februar statt.

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Der Name Café Frappé irritiert. Denn eigentlich ist das Frappé ein griechisches Restaurant. Den Namen gab ihm Inhaber Mike Dislakis, in Deutschland geborener Grieche, nach dem Kultgetränk seiner Heimat, dem Eiskaffee, dort „Frappé“ genannt. Auf der Speisekarte des gemütlichen kleinen Lokals in der Schröderstraße stehen authentische traditionelle Gerichte der griechischen Küche, die nicht den üblichen Klischees von „Gyros mit Spezialsoße“ entsprechen. Dazu gibt es immer frischen Fisch und hervorragende griechische Weine. Am Wochenende sollte man unbedingt reservieren. Wir waren bisher immer begeistert von der Qualität. Ich hörte aber vor kurzem, Mike Dislakis sei auf der Suche nach einem neuen Koch. Da ich den Laden und seinen sympathischen Inhaber sehr mag, hoffe ich, dass er bald fündig wird.

Café Frappé, Schröderstraße 14 (leider keine Website), Tel. 04131 4099947

G

„Wann machen Sie zu?“ – „Jetzt!“ Die Antwort der stämmigen jungen Frau hinter dem Tresen des Sun Grill, die bereits die Hähnchen aus dem Grill räumt, ist unmißverständlich. Es ist Samstagabend gegen 20.30 Uhr. Die Kundin hat Glück, denn die Bedienung korrigiert sich und sagt: „na ja, gleich, um neun“ und verkauft ihr noch zwei Grillhähnchen zum Mitnehmen. Wir sitzen am Tresen und stärken uns für die „Nacht der Clubs“: Currywurst mit Pommes ist da genau das Richtige. Das Bier ist lauwarm, der Kümmerling dafür eisgekühlt. Letzteres entspricht dem Charme der jungen Imbissverkäuferin.

Es ist nicht meine erste Begegnung dieser Art mit dem Sun Grill. Der Imbiss liegt auf halber Strecke zwischen unserer Wohnung und der Innenstadt und war mir empfohlen worden. Am Umzugstag kamen wir völlig ausgehungert gegen 20 Uhr in Lüneburg an. Auf die Currywurst mit Pommes hatte ich mich den ganzen Tag gefreut. Um 20.30 Uhr  stand ich vor der verschlossenen Türe des Lokals und versuchte der Tresenkraft wild gestikulierend klarzumachen, dass dort eine Öffnungszeit bis 21 Uhr angegeben sei. Leider vergeblich.

Ob der Laden eine dritte Chance bekommt? Nicht sicher. Manchmal, wenn ich dort vorbeikomme, steht dort eine andere Bedienung hinter dem Tresen. Dann würde ich es vielleicht noch einmal wagen. Es gibt Tage, da muss es einfach eine Currywurst sein. Und die war wirklich gut.

Sun Grill (keine Website), Bleckeder Landstraße 23, Tel. 04131 56820

H

Hier fällt mir nur das Hemingway’s ein. Vielleicht mal eine Alternative zum Schallander, um sich das nächste HSV-Spiel anzuschauen.

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Das India Haus in der Heiligengeiststraße muss sich wirklich nicht verstecken. Ich mag indische Küche sehr und mir hat es dort gut geschmeckt. Wie authentisch das Essen ist, kann ich nicht beurteilen. Die Speisekarte ist sehr umfangreich, die Preise finde ich angemessen, und zu allen Hauptspeisen gibt es (abends) das leckere indische Fladenbrot. Falls die Portion größer ist als Dein Hunger, packt Dir die freundliche Bedienung das restliche Essen gerne ein. Eine Freundin bekam sogar noch ein frisches Fladenbrot dazu. Als Getränk empfehle ich ein indisches Bier. Wir waren mit einer großen Gruppe dort und wahrscheinlich ziemlich laut. Ich hoffe, wir dürfen noch einmal wiederkommen…..

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Am Stintmarkt muss niemand verhungern oder verdursten. eNTe (links) und Tante Käthe (rechts)

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Johnsons Coffee, Tea & Scones steht ebenfalls noch auf meiner Wunschliste für 2018. Dort möchte ich gerne mal Tee trinken und Scones essen.

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Bei Tante Käthe am Stintmarkt (dort, wo früher Anna’s Café war) landete ich kurz vor Weihnachten eigentlich nur deshalb zum frühstücken mit zwei Freundinnen, weil wir in Anna’s Café und Café Zeitgeist keinen Platz gefunden hatten. Darüber bin ich im Nachhinein sehr froh, denn sonst wäre mir etwas entgangen. Die Auswahl an verschiedenen, teils auch ausgefallenen, Frühstückskreationen ist groß – so groß, dass manchem die Entscheidung schwerfällt. Dabei sind natürlich auch noch Sonderwünsche drin. Alles ist bio (nach eigenen Angaben über 95 Prozent der Zutaten) und für Vegetarier und Veganer ist auch eine ganze Menge dabei. Dafür finde ich die Preise wirklich angemessen.

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„Nicht nur für die Ritter der Tafelrunde“ verspricht die Website des Lanzelot. Die Speisekarte macht optisch und verbal ein bisschen auf Mittelalter, ist aber eigentlich durchschnittlich und recht fleischlastig. Ich habe hier aber auch keine Gourmet-Küche erwartet und fand es ganz ok. Wer rustikal speisen, nicht zu viel Geld ausgeben und dazu ein gepflegtes Bier vom Fass (es gibt sechs verschiedene zur Auswahl!) trinken möchte, ist hier schon ganz richtig. Die Location eignet sich auch für größere Gruppen und im Sommer sitzt man gemütlich im Biergarten an der Ecke Wandfärber-/Scherenschleiferstraße.

M

Im Mälzer Brau- und Tafelhaus wird noch selbst gebraut. Neben dem Pilsener, das ganzjährig angeboten wird, gibt es weitere saisonale Biere, wie beispielsweise das dunkle Märzen, welches nur in den Wintermonaten gebraut wird. Die gut sichtbaren Braukessel und das verwinkelte alte Gemäuer passen gut zur deftigen Brauhausküche. Schon 1540 wurde hier gebraut. Über 200 Jahre lang befand sich dann eine Weinhandlung in dem Gebäude. Seit 1997 lässt das Mälzer die alte Brautradition wieder aufleben. Ich war hier bereits mehrere Male zu Gast und immer sehr zufrieden. Als Rheinländerin bin ich mit Brauhäusern bestens vertraut und ich mag das rustikale Ambiente. Das Mälzer bietet meiner Meinung eine bessere Qualität als das benachbarte Bier- und Eventhaus Krone.

Das war’s für heute. Beim nächsten Mal geht es weiter: von N wie Nolte bis Z wie Zum Alten Brauhaus. Zwischen diesen beiden Brauhäusern – ja, davon gibt es wirklich eine ganze Menge in Lüneburg – verbergen sich wahre Perlen wie beispielsweise ein richtig guter Italiener, feine persische Küche zu hervorragendem Wein, eine Szene-Tapasbar und ein trendiges Deli. Dann gibt es auch mehr Fotos, die Appetit machen.

Über Tipps oder Rückmeldungen freue ich mich jederzeit!

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Titelfoto: im frisch sanierten Visculenhof an der Salzstraße am Wasser befinden sich zwei gastronomische Perlen Lüneburgs: die Viscule (links) und Anna’s Café (rechts).

4 Kommentare zu „Lüneburg für Genießer (Teil 1)

  1. Eine tolle Zusammenstellung!
    Da war auch das eine oder andere dabei, das ich noch gar nicht kenne bzw. wo ich immer dran vorbeigegangen bin.
    Dafür war ich schon seeehr häufig in den Cafés, die noch auf deiner Wunschliste stehen, und kann sagen: Es lohnt sich!
    Falls du noch einen Mitgenießer suchst … 😉

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  2. Liebe Ruth,

    Schöner Artikel mal wieder! Ich lese immer gerne mit 😉

    Das Café Zeitgeist gehört zu meinen Lieblingslokalen für tagsüber. Kuchen habe ich dort noch nicht gegessen, aber sehr leckere herzhafte Kleinigkeiten, Kaffeespezialitäten und hausgemachte Limonaden genossen. Der Service ist immer superfreundlich. Beliebt ist das Café wegen der Spielecke unser Kinderfreundlichkeit auch bei Eltern von kleineren Kindern. Und der Kuchen sieht sehr lecker aus.

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